| Ein schneller Blick auf die Geschichte
Bereits im Kaiserreich und später in der Weimarer Republik fanden sich Halbzeughändler auf regionaler Ebene in Halbzeugvereinigungen zusammen. In den dreißiger Jahren wurden die Branchenvertretungen in der Fachgruppe Halbzeughandel gleichgeschaltet. Nach dem Zusammenbruch strebten die Unternehmen einen Neuanfang in der verbandlichen Zusammenarbeit an. Im Dezember 1948 - drei Jahre nach der Stunde Null - die Demontage der Alliierten dauerte noch an, die "Rosinenbomber" hielten seit fast einem halben Jahr die Luftbrücke zwischen Berlin und Westdeutschland aufrecht, als mit dem Marshallplan der Grundstein für einen neuen Aufschwung gelegt wurde und sich die Aufbruchphase in der deutschen Wirtschaft ankündigte. Als am 11. Dezember 1948 die Vertreter von 19 Halbzeughandelsunternehmen in Wiesbaden zusammentraten, um im damaligen Zentrum der amerikanischen Besatzungszone die Wirtschaftliche Vereinigung Großhandel Metallhalbfabrikate e.V. (WVGM) zu gründen, meldeten die noch lizenzbedürftigen Zeitungen, daß der Parlamentarische Rat in Bonn am Vortag die erste Lesung des Grundgesetzes beendet hatte. Die veränderten Rahmenbedingungen, das Ende der Preisvorschriften, die Währungsreform vom Juni 1948 sowie die Fülle der besatzungsrechtlichen Vorschriften machten einen schlagkräftigen Branchenverband unverzichtbar. Hinzu kam bei der Unübersichtlichkeit des Marktes das Bedürfnis nach regelmäßigen Preis- und Marktinformationen sowie einem kontinuierlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch innerhalb der Branche. Durch die Gründung des Verbandes wurden die Interessen der Mitglieder gebündelt und gegenüber Regierung, Behörden und Herstellerwerken vertreten. Die Verbandsgründung
gestaltete sich schwierig, da nach den einschlägigen Vorschriften
der Besatzungsbehörden eine allgemeine, zonenübergreifende Tätigkeit
noch nicht möglich war. So startete die WVGM (Wirtschaftliche Vereinigung
Großhandel Metallhalbfabrikate e.V.) als Bi-Zonenverband, an dem
die Berliner Handelshäuser zunächst aufgrund der politischen
Sonderstellung Berlins nur als Gäste teilhaben konnten. Der Sitz
der Geschäftsstelle, die seit Beginn gemeinsam mit dem Verband Deutscher
Metallhändler e.V. (VDM) betrieben wurde, war Wiesbaden. Als sich
die Möglichkeit bot, wurde im Juni 1950 per Satzungsänderung
aus dem Bi-Zonenverband ein Bundesverband. 1975 wurde der Name in Wirtschaftsverband
Großhandel Metallhalbzeug e.V. (WGM) geändert, der 1979 zusammen
mit dem VDM seinen Sitz nach Bonn verlegte. Der wachsende europäische
Markt mit intensiveren grenzüberschreitenden Handelskontakten führte
dazu, daß der WGM sich für ausländische Handelsunternehmen
öffnete. Er zählt heute auch Handelsunternehmen und Herstellerwerke
aus verschiedenen Ländern Europas zu seinen Mitgliedern. Vorsitzende
Geschäftsführer
|
|
||