Ein schneller Blick auf die Geschichte



Seit vielen Jahrtausenden sind Metalle Kulturbegleiter der Menschheit. Jedoch erst mit der Industrialisierung, der fortschreitenden Spezialisierung und Arbeitsteilung wurde die volle Nutzung von Nichteisenmetallen (NE-Metallen) möglich. Ihre besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten kommen nach der Weiterverarbeitung zu Halbzeug in Form von Stangen, Blechen, Bändern, Rohren und Profilen voll zum Ausdruck. Die sich hieraus ergebenden vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erforderten die Entwicklung von spezialisierten Handelsunternehmen, die heute auf eine Geschäftstradition von mehr als 150 Jahren zurückblicken können.

Bereits im Kaiserreich und später in der Weimarer Republik fanden sich Halbzeughändler auf regionaler Ebene in Halbzeugvereinigungen zusammen. In den dreißiger Jahren wurden die Branchenvertretungen in der Fachgruppe Halbzeughandel gleichgeschaltet. Nach dem Zusammenbruch strebten die Unternehmen einen Neuanfang in der verbandlichen Zusammenarbeit an.

Im Dezember 1948 - drei Jahre nach der Stunde Null - die Demontage der Alliierten dauerte noch an, die "Rosinenbomber" hielten seit fast einem halben Jahr die Luftbrücke zwischen Berlin und Westdeutschland aufrecht, als mit dem Marshallplan der Grundstein für einen neuen Aufschwung gelegt wurde und sich die Aufbruchphase in der deutschen Wirtschaft ankündigte.

Als am 11. Dezember 1948 die Vertreter von 19 Halbzeughandelsunternehmen in Wiesbaden zusammentraten, um im damaligen Zentrum der amerikanischen Besatzungszone die Wirtschaftliche Vereinigung Großhandel Metallhalbfabrikate e.V. (WVGM) zu gründen, meldeten die noch lizenzbedürftigen Zeitungen, daß der Parlamentarische Rat in Bonn am Vortag die erste Lesung des Grundgesetzes beendet hatte.

Die veränderten Rahmenbedingungen, das Ende der Preisvorschriften, die Währungsreform vom Juni 1948 sowie die Fülle der besatzungsrechtlichen Vorschriften machten einen schlagkräftigen Branchenverband unverzichtbar. Hinzu kam bei der Unübersichtlichkeit des Marktes das Bedürfnis nach regelmäßigen Preis- und Marktinformationen sowie einem kontinuierlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch innerhalb der Branche. Durch die Gründung des Verbandes wurden die Interessen der Mitglieder gebündelt und gegenüber Regierung, Behörden und Herstellerwerken vertreten.

Die Verbandsgründung gestaltete sich schwierig, da nach den einschlägigen Vorschriften der Besatzungsbehörden eine allgemeine, zonenübergreifende Tätigkeit noch nicht möglich war. So startete die WVGM (Wirtschaftliche Vereinigung Großhandel Metallhalbfabrikate e.V.) als Bi-Zonenverband, an dem die Berliner Handelshäuser zunächst aufgrund der politischen Sonderstellung Berlins nur als Gäste teilhaben konnten. Der Sitz der Geschäftsstelle, die seit Beginn gemeinsam mit dem Verband Deutscher Metallhändler e.V. (VDM) betrieben wurde, war Wiesbaden. Als sich die Möglichkeit bot, wurde im Juni 1950 per Satzungsänderung aus dem Bi-Zonenverband ein Bundesverband. 1975 wurde der Name in Wirtschaftsverband Großhandel Metallhalbzeug e.V. (WGM) geändert, der 1979 zusammen mit dem VDM seinen Sitz nach Bonn verlegte. Der wachsende europäische Markt mit intensiveren grenzüberschreitenden Handelskontakten führte dazu, daß der WGM sich für ausländische Handelsunternehmen öffnete. Er zählt heute auch Handelsunternehmen und Herstellerwerke aus verschiedenen Ländern Europas zu seinen Mitgliedern.
Im Juni 2006 wurde der Sitz der Geschäftsstelle gemeinsam mit dem VDM nach Berlin verlegt.

Vorsitzende

  • Walter Hartmann 1948 - 1974
  • CS Fudickar 1974 - 1977
  • Hans Wolfgang Rubin 1977 - 1980
  • Manfred Lüttgen 1980 - 1998
  • Klaus Nowack seit 1998

Geschäftsführer

  • Dr. Rudolf Müller 1948 - 1952
  • Dr. Herbert Schröder 1952 - 1977
  • Dipl. Volksw. Hans P. Münster seit 1977


                         

   Der Verband  

   Die Branche   

   Halbzeug - das    Produkt

  
Geschichte